Avodah Zarah 95

Kapitel 95

א <big><strong>מתני׳</strong></big> שלש אשרות הן אילן שנטעו מתחלה לשם עבודת כוכבים הרי זו אסורה גידעו ופיסלו לשם עבודת כוכבים והחליף נוטל מה שהחליף העמיד תחתיה עבודת כוכבים ונטלה הרי זו מותרת:
1 <b>E</b><small>S GIBT DREIERLEI</small> A<small>ŠERAS</small>: <small>HAT MAN DEN</small> B<small>AUM VON VORNHEREIN FÜR DEN</small> G<small>ÖTZENDIENST GEPFLANZT</small>, <small>SO IST ER VERBOTEN</small>; <small>HAT MAN IHN FÜR DEN</small> G<small>ÖTZENDIENST BESTUTZT UND BEPUTZT</small>, <small>WORAUF ER NEUE</small> S<small>CHÖSSLINGE HERVORGEBRACHT HAT</small>, <small>SO ENTFERNE MAN DIESE</small>; <small>HATTE MAN UNTER DIESEN EINEN</small> G<small>ÖTZEN HINGESTELLT UND IHN ENTFERNT</small>, <small>SO IST ER ERLAUBT</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> אמרי דבי ר' ינאי והוא שהבריך והרכיב בגופו של אילן
2 GEMARA. In der Schule R. Jannajs sagten sie: Dies nur, wenn man den Baum selbst gesenkt oder gepfropft hat. –
ג והאנן גידעו ופיסלו תנן
3 Wir haben es ja aber von dem Falle gelernt, wenn man ihn beputzt und bestutzt hat!? –
ד אלא כי איתמר דרבי ינאי לענין ביטול איתמר דאף על גב דהבריך והרכיב בגופו של אילן כי נטל מה שהחליף שפיר דמי דמהו דתימא כיון דהבריך והרכיב בגופו של אילן כאילן שנטעו מתחלה דמי וליתסר כולה קמ"ל
4 Vielmehr, die Lehre R. Jannajs bezieht sich auf die Entheiligung: selbst wenn man den Baum selbst gesenkt oder gepfropft hat, genügt es, wenn man die neuen Schößlinge entfernt. Man könnte nämlich glauben, wann man den Baum senkt oder pfropft, sei dies ebenso, als würde man ihn von vornherein [für den Götzendienst] gepflanzt haben und er sei verboten, so lehrt er uns.
ה אמר שמואל המשתחוה לאילן תוספתיה אסורה מתיב רבי אלעזר גידעו ופיסלו לעבודת כוכבים והחליף נוטל מה שהחליף גידעו ופיסלו אין לא גידעו ופיסלו לא
5 Šemuél sagte: Wenn jemand einen Baum [götzendienstlich] verehrt, so ist der Zuwachs verboten. R. Elea͑zar wandte ein: Hat man ihn für den Götzendienst beputzt und bestutzt, worauf er neue Schößlinge hervorgebracht hat, so entferne man diese. Nur wenn man ihn beputzt und bestutzt hat, sonst aber nicht!? –
ו אמר לך שמואל הא מני רבנן היא ושמואל דאמר כרבי יוסי בר יהודה דאמר אילן שנטעו ולבסוף עבדו אסור
6 Šemuél kann dir erwidern: hier ist die Ansicht der Rabbanan vertreten, während ich der Ansicht des R. Jose b. Jehuda bin, welcher sagt, ein Baum, der gepflanzt und nachher angebetet worden ist, sei verboten.
ז מתקיף לה רב אשי ממאי דרבי יוסי בר יהודה ורבנן בתוספת פליגי דלמא תוספת לדברי הכל אסור ובעיקרו פליגי
7 R. Aši wandte ein: Woher, daß R. Jose b. Jehuda und die Rabbanan über den Zuwachs streiten, vielleicht ist der Zuwachs nach aller Ansicht verboten, und sie streiten über den Stamm;
ח דרבי יוסי בר יהודה סבר עיקרו נמי אסור דכתיב (דברים יב, ג) ואשריהם תשרפון באש ורבנן סברי עיקר אילן שרי דכתיב (דברים ז, ה) ואשירהם תגדעון איזהו אילן שגידועו אסור ועיקרו שרי הוי אומר אילן שנטעו ולבסוף עבדו
8 R. Jose b. Jehuda ist der Ansicht, der Stamm sei ebenfalls verboten, denn es heißt: <i>und ihre Ašeras sollt ihr im Feuer verbrennen</i>, und die Rabbanan sind der Ansicht, der Stamm sei erlaubt, denn es heißt: <i>und ihre Ašeras sollt ihr niederhauen</i>, und ein Baum, von dem nur das Niedergehauene verboten ist und nicht der Stamm, ist ja der, der gepflanzt und nachher angebetet wurde!?
ט וכי תימא הא דלא מתרצינן הכי איפוך רבנן לדרבי יוסי בר יהודה ודרבי יוסי בר יהודה לרבנן
9 Wolltest du erwidern, es sei nicht demgemäß erklärt worden, so kann man es ja [dort] umwenden: [den Beleg] der Rabbanan für R. Jose, und den des R. Jose für die Rabbanan!? –
י אם כן גידעו ופיסלו מאן קתני לה לא רבנן ולא רבי יוסי בר יהודה אי רבנן בלא גידעו ופיסלו נמי תוספת אסורה אי רבי יוסי בר יהודה עיקר אילן נמי אסור
10 Wer ist demnach der Autor der Lehre vom Beputzen und Bestutzen, weder die Rabbanan noch R. Jose b. Jehuda: nach den Rabbanan ist ja der Zuwachs verboten, auch wenn man ihn nicht beputzt und bestutzt hat, und nach R. Jose b. Jehuda ist auch der Stamm selbst verboten. –
יא אי בעית אימא רבנן ואי בעית אימא רבי יוסי בר יהודה אי בעית אימא רבי יוסי בר יהודה כי קאמר רבי יוסי בר יהודה בלא גידעו ופיסלו עיקר אילן אסור בסתמא אבל גידעו ופיסלו גלי אדעתיה דבתוספת ניחא ליה בעיקר אילן לא ניחא ליה
11 Wenn du willst, sage ich, die Rabbanan, und wenn du willst, sage ich, R. Jose b. Jehuda. Wenn du willst, sage ich R. Jose b. Jehuda, denn nach R. Jose b. Jehuda ist der Stamm nur in dem Falle verboten, wenn man den Baum nicht beputzt und bestutzt hat, wenn man ihn aber beputzt und bestutzt hat, so hat man damit bekundet, daß nur der Zuwachs erwünscht sei und nicht der Stamm.
יב איבעית אימא רבנן גידעו ופיסלו איצטריכא ליה ס"ד אמינא כיון דעבד ליה מעשה בגופיה עיקר אילן נמי ליתסר קמשמע לן:
12 Wenn du willst, sage ich, die Rabbanan, denn der Fall vom Beputzen und Bestutzen ist nötig; man könnte nämlich glauben, durch die Handlung, die man an diesem vorgenommen hat, sei auch der Stamm verboten, so lehrt er uns.
יג <big><strong>מתני׳</strong></big> איזו אשרה כל שיש תחתיה עבודת כוכבים ר"ש אומר כל שעובדין אותה ומעשה בצידן באילן שהיו עובדין אותו ומצאו תחתיו גל אמר להן ר"ש בדקו את הגל הזה ובדקוהו ומצאו בו צורה אמר להן הואיל ולצורה הן עובדין נתיר להן את האילן:
13 <b>W</b><small>ELCHER</small> [B<small>AUM</small>] <small>HEISST</small> A<small>ŠERA?</small> U<small>NTER DEM EIN</small> G<small>ÖTZE SICH BEFINDET</small>; R. Š<small>IMO͑N SAGT</small>, <small>DER ANGEBETET WIRD</small>. E<small>INST FANDEN SIE IN</small> Ç<small>AJDAN UNTER EINEM</small> B<small>AUME</small>, <small>DER ANGEBETET WURDE</small>, <small>EINEN</small> S<small>TEINHAUFEN</small>; <small>DA ORDNETE</small> R. Š<small>IMO͑N AN</small>, <small>DEN</small> S<small>TEINHAUFEN ZU UNTERSUCHEN</small>. A<small>LS SIE IHN UNTERSUCHTEN</small>, <small>UND IN DIESEM EINE</small> F<small>IGUR FANDEN</small>, <small>SPRACH ER ZU IHNEN</small>: D<small>A SIE DIE</small> F<small>IGUR ANGEBETET HABEN</small>, <small>SO WOLLEN WIR NUN DEN</small> B<small>AUM ERLAUBEN</small>.
יד <big><strong>גמ׳</strong></big> איזהו אשרה והא אנן שלש אשרות תנן ה"ק שתים לדברי הכל ואחת מחלוקת דר"ש ורבנן איזו היא אשרה שנחלקו בה ר"ש וחכמים כל שיש תחתיה עבודת כוכבים ר"ש אומר כל שעובדים אותה
14 GEMARA. ‘Welcher heißt Ašera’, wir haben ja von dreierlei Ašeras gelernt!? – Er meint es wie folgt: über zwei sind alle einig, und über eine besteht ein Streit zwischen R. Šimo͑n und den Rabbanan, und zwar streiten sie über eine Ašera, unter der ein Götze sich befindet; von einer solchen sagt R. Šimo͑n, wenn sie selbst angebetet wird. –
טו איזו היא אשרה סתם אמר רב כל שכומרים יושבין תחתיה ואין טועמין מפירותיה ושמואל אמר אפילו אמרי הני תמרי לבי נצרפי אסור דרמי בי שיכרא ושתי ליה ביום אידם אמר אמימר אמרו לי סבי דפומבדיתא הלכתא כשמואל:
15 Welcher [Baum] gilt sonst als Ašera? Rabh erwiderte: Wenn die Pfaffen unter ihm sitzen und von seinen Früchten nicht kosten. Šemuél erwiderte: Selbst wenn sie nur sagen, diese Datteln seien für das Niçrephehaus bestimmt, sei er verboten, weil sie diese zum Met verwenden und ihn an ihrem Feste trinken. Amemar sagte: Die Greise von Pumbeditha sagten mir, die Halakha sei wie Šemuél.